Trauerhilfe Live-Chat

Kai Sender
Sozialarbeiter
Bremen
Montags von 10:00-11:00 Uhr Dienstags von 20:00-22:00 Uhr Donnerstags von 16:00-17:30 Uhr zum Livechat »

Anzeige aufgeben

Schalten Sie Ihre Anzeige in der Zeitung

Über unser Online-Anzeigensystem können Sie in wenigen, einfachen Schritten eine private Traueranzeige in aller Ruhe selber gestalten, ausdrucken und online aufgeben.

Traueranzeige aufgeben

Warum die Bestattung und die Trauerfeier nicht nur traurig sein müssen

Foto: stock.adobe.com

Es steht außer Frage, dass der Tod eines geliebten Menschen ein sehr trauriges Erlebnis ist, mit dem viele Menschen über eine langen Zeitraum hinweg zu kämpfen haben. Wie soll man je einen normalen Alltag nach dem Tod eines geliebten Menschen leben? Wie soll das Leben überhaupt weitergehen? Woher soll man die Kraft nehmen, morgens aus dem Bett aufzustehen?

Der Tod geht Hand in Hand mit vielen Fragen, Gefühlen und Situationen, in denen sich die Hinterbliebenen überfordert fühlen.

In vielen Fällen fühlen sich die Hinterbliebenen wie gelähmt, sehen durch die vielen Tränen, die sie weinen gar nicht mehr klar und fühlen sich von der Aufgabe, eine Trauerfeier zu organisieren, überfordert. Wie soll man es aushalten, dieses traurige Event zu organisieren und anschließend mitzuerleben?

Wenngleich man vielleicht meinen könnte, dass die Bestattung und die anschließende Trauerfeier zum größten Teil darin bestehen, gemeinsam zu weinen und zu trauern, ist das nicht ausschließlich immer der Fall.

Natürlich ist der Anlass, warum die Trauerfeier stattfindet, traurig. Im Umkehrschluss heißt das jedoch nicht, dass die Feier an sich nur aus Tränen und gedrückter Stimmung besteht.

Was ist der Sinn einer Trauerfeier eigentlich genau?

Der Sinn und Zwecke einer Trauerfeier besteht darin, an die verstorbene Person zu erinnern, sich gemeinsam über sie zu unterhalten und auch zusammen zu trauern.

Eine Beerdigung ist ein emotional sehr anstrengendes und bedrückendes Erlebnis, weshalb es gut ist, wenn die Trauernden im Anschluss nicht alleine sind, sondern gegenseitig Trost ineinander finden.

Dabei kann es natürlich durchaus sein, dass bei der Trauerfeier die ein oder andere Träne fließt, doch es kommt auch oft vor, dass gelacht wird und die Menschen Spaß zusammen haben. Denn eine Trauerfeier muss nicht ausschließlich traurig sein.

Behält man im Hinterkopf, dass der Sinn der Trauerfeier unter anderem der ist, das Leben der verstorbenen Person und die Person selbst zu feiern, ist die Trauerfeier eigentlich ein recht “schöner” Anlass. Wer war die Person überhaupt? Was für einen Charakter hatte sie? Was hat sie in ihrem Leben erreicht? Was brachte sie zum Lachen? Was hat sie für lustige Dinge erlebt? Was hat die Person ausgemacht?

Jeder Hinterbliebene hatte eine ganz einzigartige Beziehung zu der verstorbenen Person, hat verschiedene Dinge mit ihr erlebt und sie jeweils anders kennengelernt. Genau über diese Beziehungen kann man sich bei der Trauerfeier austauschen.

Man kann lustige Anekdoten erzählen, Erlebnisse teilen und sich mit einem lachenden und einem weinenden Auge an die Person erinnern. Denn, so tragisch der Tod auch ist, ist es wichtig, den Humor nicht zu verlieren. Das fängt damit an, sich den richtigen Bestatter zu suchen, der sich um die Beerdigung kümmert. Denn nur ein Bestatter mit dem entsprechenden Humor wird sicherstellen können, dass die Beerdigung nicht nur rein traurig wird und es als kleine Erinnerung, auch während der Trauerzeit lachen zu können und zu dürfen, eine kleine Erinnerung gibt.

Tipps für eine etwas fröhlichere Bestattung und Trauerfeier

Wie schon gesagt, ist es vollkommen normal, dass auf einer Bestattung und der anschließenden Trauerfeier die Tränen fließen. Doch das heißt nicht, dass im Hintergrund traurige Musik gespielt werden muss, die noch mehr auf die Tränendrüsen drückt.

Bereits bei der Bestattung kann auf ein paar Aspekte im Leben der verstorbenen Person eingegangen werden, die den Hinterbliebenen ein Lächeln entlockt. Vielleicht hatte die Person ein ganz besonderes Lieblings-Kleidungsstück, Schmuckstück oder etwas Anderes, was mit ins Grab gehört, damit es auch, wo immer sie nach dem Tod ist, nicht ohne sein muss. Wichtig ist es, dass man sich mit dem Bestatter wohlfühlt und dieser auch wirklich sicherstellt, dass die Bestattung nicht rein traurig wird.

Für eine anschließend etwas fröhlichere Trauerfeier kann man unter anderem:

  • die Lieblingsmusik der verstorbenen Person abspielen (am besten gestaltet man für diese Zwecke eine Playlist).
  • das Lieblingsessen der verstorbenen Person servieren.
  • lustige Anekdoten über die verstorbene Person erzählen und diese auch in eine Rede verpacken, wenn man das möchte.
  • den Lieblingswein oder Lieblingscocktail der verstorbenen Person anbieten.

Im Grunde genommen ist alles erlaubt, was dabei hilft, die Beerdigung so erträglich wie möglich zu gestalten.  

Die Trauerrede - ein Mix aus Weinen und Lachen

Da man bei einer Trauerfeier über eine Person redet, die vermutlich schöne und lustige Dinge in ihrem Leben erlebt hat, ist es durchaus möglich, diese lustigen Anekdoten in der Rede zu verarbeiten.

EineTrauerrede ist nicht dazu da, die Menschen extra zum Weinen zu bringen. Natürlich ist es vollkommen normal, dass hier und da die Tränen fließen. Denn es ist durchaus richtig, seine eigenen Gefühle in der Rede auszudrücken, um diese zu verarbeiten. Nicht umsonst gibt es den Spruch, dass man sich etwas von der Seele redet. Der Schmerz wird dadurch zwar nicht kleiner, aber erträglicher. Das heißt aber nicht, dass die Rede nicht auch lustige Elemente enthalten und den Charakter der Person widerspiegeln darf. Kleine Zitate der Person, Charakterzüge oder Verhaltensweisen können die Rede auflockern und die verstorbene Person ehren.

Niemand muss ein schlechtes Gewissen haben, wenn er während der Rede oder der Feier allgemein lacht. Lachen ist wichtig für die Heilung und für den gesamten Prozess der Trauer.

Was fundamental ist, ist es, bei der Trauerfeier niemanden zu verurteilen. Jeder Mensch trauert anders und muss sich nicht dafür rechtfertigen, wie er trauert. Während manch einer vielleicht ein bisschen zu tief ins Glas schaut, lacht ein anderer herzhaft über eine bestimmte Erinnerung. Ein anderer weint, während ein leichtes Lächeln über die Lippen huscht und ein anderer sondert sich ab und möchte lieber alleine sein. In all diesen Verhaltensweisen steckt weder ein “richtig” noch ein “falsch”, sondern schlicht und ergreifend die Individualität des Trauerns.

Wichtig ist es dabei, ein Augen aufeinander zu haben und auf sich aufzupassen. Vor allem, wenn jemand versucht, seinen Kummer zu ertrinken, sollten die anderen Hinterbliebenen aufpassen und dieser Person besonders nahe stehen.